Männerbegegnungen
Schwere Schritte auf dem Flur
Erfüllen tiefe Stimmen den Raum
Ungewohnte Energien schwingen
Erstaunte Blicke
Behaarte Hände schlagen ein
Glatzen begrüßen bedeckte Köpfe
Schnauzer trifft Vollbart
Schultern werden geklopft
Feste Umarmungen enden im Lachen
Parfüm, Männerschweiß,
der ein oder andere Schweißfuß
macht sich bemerkbar
es wird diskutiert, widersprochen
argumentiert, Stellung bezogen
abgegrenzt
Irgendwie vertraut mit Männern
Fußballverein, Umkleiden in Jugendherbergen
Und doch alles anders
Der Schnidelvergleich bleibt aus
Die Achtung bleibt bestehen
Liebevolle Umarmungen
Lösen freundlich, kraftvolle Stöße ab
Der Stolz dabei zu sein
Nimmt jeden Mann die Angst
Verwirrung wenn unrasierte Backe
Unrasierte Backe trifft
Oder Männerhände durch Bärte streicheln
Endlich die Angst verloren
Kein Mann zu sein
Endlich die Frage hinten angestellt
Schwul zu sein
Endlich Männer als Vorbilder gefunden
MännerFreunde
Von den Vätern vergrault
Traute ich mir nicht
Dir in die Augen zusehen
Übersah die Wärme des Herzens
Die Stärke deiner Arme
Die Kraft deiner Liebe
Komm nimm mich in den Arm
Lass unsere Bäuche zwischen uns sein
Lass uns den Freundschaftstanz wagen
Lass uns Bruderschaft trinken
Lass uns Zartheit erobern
Von den Müttern vergrault
Traute ich mich nicht
Mit dir zu kämpfen
Übersah den Mut deiner Taten
Die Wildheit deiner Lebenslust
Die Freude deiner Männlichkeit
Komm nimm mich in den Arm
Lass Feuer zwischen uns sein
Lass uns den Kriegstanz wagen
Lass uns Freundschaft trinken
Lass uns Frieden erproben
Von den Lehrern vergrault
Traute ich mich nicht
Mit dir zu denken
Übersah ich die Weißheit deines Spiels
Die Weitsicht deines Handelns
Die Lieblichkeit deiner Bilder
Komm nimm mich in den Arm
Lass Achtung zwischen uns sein
Lass uns den Demutstanz wagen
Lass uns Erkenntnis trinken
Lass uns Klugheit erproben
Vaterwunde
Betrogen hast du mich um meine
Lebhaftigkeit
Belogen hast du mich mit
Deiner Stille
Beraubt hast du mich um meine
Kraft
Verstört hast du mich mit deiner
Einseitigkeit
Erstickt hast du mich mit
Deiner Moral
Du warst nicht, der vorgabst
Zu sein
So wurde ich nicht, der ich dachte
Zu sein
Lernte ich deine Stille, deine Moral
Zu leben
Suchte meine Lebendigkeit, fand
Die Einseitigkeit
Fahndete nach meiner Kraft, fand
Deine Angst
Vater, du lerntest von deinem Vater
Anders sein allein geht nicht
Vater, hast deinen Vater
In frühen Jahren verloren
Vater, konntest nicht der sein
Den ich gebraucht hätte
Vater, der Krieg beschoss deine Seele
Die dich in den Tiefen Kerker warf
Vater, es fällt so schwer
Zu verstehen, unser Ähnlichkeit zu sehen
Männerhände
Behaart oder glatt
Kräftig und zart
Zupackend und sanft
Groß und klein
Mit Schwielen und glatt
Mit Schweiß und trocken
Mit Ring und ohne Zeichen
Mit Nägelrändern und sauber
Mit Rillen und Falten
Mit Narben und Adern
Können
Holzhacken
Stereicheln
Stoßen
Ziehen
Hauen
Bauen
Zerstörern
Gestallten
Dirigieren
Spielen
Malen
Modellieren
Trommeln
Aufnehmen
Geben
Besinnen
Stoppen
Anstoßen
Tragen
Tanzen
Sprechen
Ziehen
Spüren
Wärmen
Versichern
Leiten
Ausweichen
Streiten
Besänftigen
Ermuntern
Halten
Wunderbar unterschiedlich
Zeigen die Hände
Den Mann
MännerWorte geschrieben im Sommer 2004
von Dirk Baum
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